Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

In zivilrechtlichen Auseinandersetzungen tauchen immer wieder bestimmte grundstücksbezogene Fragestellungen auf:

  • Wie hoch ist das Altlastenrisiko einzuschätzen?
  • Welche Wertminderungsaspekte ergeben sich daraus?

Für das Verfahren ist es oft von Bedeutung, dass vom Gutachter Antworten auf diese Fragen auch ohne Boden- und Grundwasseruntersuchungen gegeben werden.

Rechtsrelevante Fragestellungen können sich auch auf die Ermittlung von Verursachern schädlicher Bodenveränderungen beziehen. Denn der Verursacher einer Altlast ist - gerade bei weit zurückliegenden Nutzungszeiträumen - der zuständigen Behörde nicht immer bekannt. Nicht selten verliert sich die Spur des Verursachers bzw. dessen Gesamtrechtsnachfolgers in einem scheinbar undurchdringlichen Geflecht von Eigentumsübergängen, Fusionen und sonstigen Veränderungen gesellschaftlicher Rechtsformen. So bleibt der zuständigen Behörde nichts anderes übrig, als den Eigentümer als Zustandsstörer in die Sanierungspflicht zu nehmen, wenn der Verursacher nicht bekannt ist. Durch gezielte Recherchen in Aktenbeständen von Archiven auf lokaler, regionaler und ggf. auch nationaler Ebene lässt sich aber fast immer der Weg vom heutigen Eigentümer bis zum Verursacher rekonstruieren.

Ein weiterer Aspekt gerichtsgutachterlicher Tätigkeit ergibt sich aus verschiedenen landesgesetzlichen Regelungen. Hohes Konfliktpotenzial liegt darin, dass der Eigentümer eines Grundstücks, das als altlastverdächtige Fläche im Altlastenkataster der zuständigen Umweltbehörde geführt wird, begründen muss, warum sein Grundstück seiner Ansicht nach keine altlastverdächtige Fläche ist. Da ein solcher Katastereintrag den Verkehrswert von Grundstücken z. T. erheblich beeinflusst, werden Auseinandersetzungen dieser Art zunehmend gerichtlich entschieden.